Mittwoch, 23 Oktober 2019 17:06

Ein Blick auf die Insel – die English Masters

Nachdem im September das Finale der German Snooker Tour in Bielefeld ausgespielt wurde und Lukas Kleckers das Turnier zum dritten Mal in seiner Karriere gewinnen konnte, geht es am Wochenende weiter mit dem Grand Prix in Karlsruhe. Die German Snooker Tour hat sich neben der Snooker Main Tour, zu einem der renommiertesten Billard-Events in Deutschland entwickelt. Jahr für Jahr haben hier Profis und Amateure die Chance um den begehrten Titel mitzuspielen.
Auch wenn sich die Snooker-Veranstaltungen hierzulande immer größerer Beliebtheit erfreuen, lässt sich die Begeisterung nicht mit der in England vergleichen. Erst kürzlich sind dort die traditionsreichen English Open in Crawley zu Ende gegangen. Wir werfen einen Blick auf eines der wichtigsten Turniere im Mutterland des Snookers.

Keine Überraschungen zum Auftakt

Die English Open 2019 fanden vom 14. bis zum 20. Oktober in Crawley statt. Insgesamt standen über 400.000 Pfund Preisgeld auf dem Spiel, davon allein 70.000 für den Sieger. Titelverteidiger Stuart Bingham ging ebenso an den Start, wie Snooker-Superstar Ronnie O'Sullivan. Beide wurden bereits zum Auftakt schwer gefordert. Dort traf O'Sullivan auf Jamie O'Neill und musste das gesamte Spiel über einem Rückstand hinterherlaufen, konnte sich letztlich aber mit 4:3 durchsetzen. Auch Bingham musste gegen den Polen Kacper Filipiak über die volle Distanz gehen, entschied das Spiel dann aber ebenfalls für sich. Ebenso feierten Shaun Murphy, Barry Hawkings und Judd Trump Auftaktsiege. Die chinesische Nummer eins, Yan Bingtao, scheiterte hingegen überraschend gegen seinen Landsmann Mei Xiwen.

Starke Breaks von Robertson und Ford

Auch Neil Robertson stürmte mit einer Galavorstellung in die zweite Runde. In nur 52 Minuten schickte er Kishan Hirani nach Hause. Auch mit Marco Fu hatte er in der nächsten Runde keine Probleme. Ganz anders sah das hingegen für den Titelverteidiger Bingham aus. Gegen den jungen Chinesen Si Jiahui ging Stuart Bingham mit 1:4 unter. Auch O'Sullivan benötigte eine Top-Leistung, um in die nächste Runde einzuziehen, wo nach dem Sieg gegen Hossein Vafaei bei Eurosport zum Lachen aufgelegt war. Ganz anders sah es hingegen nach dem Achtelfinale aus. Hier sorgte Mei Xiwen, die Nummer 70 der Welt, für die größte Überraschung des Turniers, indem er O'Sullivan mit 4:3 nach Hause schickte. Trotzdem gehört der Brite bei Betfair mit einer Quote von 4,00 (Stand 23.10.) immer noch zu den Favoriten auf die UK Championship. Für eine positive Überraschung hingegen sorgte Tom Ford, der ein Maximum-Break mit 147 Punkten schaffte.

Ein britisches Finale

In den Viertelfinals waren schließlich ein Waliser, ein Nordire, zwei Chinesen und vier Engländer am Start. Die wohl spannendste Partie war hier das Duell zwischen David Gilbert und Ricky Walden, welches Gilbert nach einer hochklassigen Partie im Decider für sich entscheiden konnte. Und obwohl Mei Xiwen, der zuvor noch O'Sullivan ausschaltete, gegen Mark Selby hervorragend aus den Startlöchern kam, setzte sich der Brite letztlich durch. Gleiches gilt für Mark Allen bzw. Tom Ford, der mit Lee Walker bzw. Tian Pengfei keine Probleme hatte.Im Halbfinale gab es dann zwischen Selby und Allen einen wahren Thriller, den Selby nach fast vier Stunden Spielzeit mit 6:5 für sich entscheiden konnte. Da sich Gilbert gegen Ford durchsetzte, war das englische Finale jedoch perfekt. Hier zeigte der dreimalige Weltmeister Selby keine Gnade und fertige seinen Gegenüber mit 9:1 ab. Bei Flashscore gibt es noch einmal den gesamten Turnierbaum im Überblick.

Vor allem diese Machtdemonstration zum Abschluss machte auf jeden Fall die Lust auf mehr Snooker noch größer – zum Glück fängt auch die German Snooker Tour an!